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Big Game Angeln


Unser LAV-SH Präsident Siegfried Stockfleth hat einen Bericht über das
Big Game-Angeln geschrieben.

Das Big - Game Fischen (Das große Spiel)

Was ist Big - Game Fischen?

Es ist ein Hochseefischen auf große Meeresfische, wie zum Beispiel den Marlin oder Thunfisch. Der Marlin ist auch der König unter den Billfischen (Bill = engl. für Schwert).

Beim Big - Game Fischen handelt es sich um eine ganz besondere Form des Hochseefischens. Wie beim klassischen Meeresangeln wird ebenfalls mit der Angelrute gefischt - der Unterschied besteht lediglich darin, dass es man es auf die ganz großen Fische abgesehen hat. Jeder Big-Game Angler träumt davon, eines Tages einen kapitalen Blue Marlin, Thunfisch oder einen Sailfisch am Haken zu haben. Diese Fische sind richtige Kämpfer und verlangen den Anglern einiges ab. Wenn man bedenkt, dass ein Blue Marlin bis über 600 Kilogramm auf die Waage bringen kann, dann wird klar, dass es sich hierbei um kein Kinderspiel handelt. Gerade der Marlin ist ein grosser Kämpfer und macht hohe Sprünge aus dem Wasser. Der Angler muss aufpassen dass der Marlin nicht auf die Schnur springt, sonst ist der Fisch verloren. Eine Drillzeit von mehreren Stunden ist keine Seltenheit. Der Drill eines Marlin fordert vom Angler viel Kraft und Geschicklichkeit. Teamarbeit an Bord ist ganz wichtig!
Aber nicht im Drill, denn wenn ein anderer das Gerät berührt ist der Fang ungültig!
Dementsprechend ist diese Form des Hochseeangelns auch nichts Alltägliches.
Die bekanntesten Reviere befinden sich in Urlaubsregionen, so dass die meisten Angler ausschließlich während des Urlaubs entsprechende Erfahrungen sammeln. Weiterhin ist das Hochseefischen auf die kapitalen Meeresräuber nicht unbedingt preiswert. Boote mit einem erfahrenen Kapitän und Guide sowie einer geeigneten Ausrüstung werden in aller Regel gechartert.
Logischerweise wird beim Meeresfischen vom Boot aus geangelt. In aller Regel gelangen gut motorisierte Boote zu Einsatz, die einer mehrköpfigen Besatzung sowie der Ausrüstung ausreichend Platz bieten. Weiterhin muss soviel Platz vorhanden sein, dass auch der Fang untergebracht werden kann. Im Durchschnitt belaufen sich Big-Game Boote auf eine Länge von ungefähr 9 bis 15 Metern. Geschleppt wird mit ca. 8 Knoten. Was die weitere Ausrüstung betrifft, so bleiben wir zunächst beim Schiff. Dieses ist üblicherweise mit mehreren Outrigger ausgestattet. Hierbei handelt es sich um ein System, dass zum Schleppfischen benötigt wird und mit dem Downrigger verglichen werden kann.
Mit Outriggern wird es möglich, mehrere beköderte Ruten einzusetzen, ohne dass sich die Köder unter Wasser ins Gehege kommen. Weiterhin ist das Boot mit entsprechenden Rutenhaltern ausgestattet, welche die Ruten in Position halten. Außerdem sind die meisten Boote mit einem Game Chair bzw. Kampfstuhl sowie einem Echolot ausgestattet. Bei den Angelruten handelt es sich um spezielle Hochseeruten bzw. Big-Game-Ruten. Sie fallen vor allem durch ihre gute Aktion sowie eine immens hohe Belastbarkeit aus. Je nach Hochseerute wird die Angelschnur nicht durch Rutenringe sondern durch Rollen geleitet. Was die Rollen betrifft, so entscheiden sich zunehmend mehr Hochseefischer für die Multirolle, doch der Klassiker ist immer noch die Hochseerolle. So genannte Big-Game Rollen und Ruten werden unter anderem von Grauvell, Cormoran, Shimano, DAIWA, TiCA und Penn angeboten. Das Equipment muss immer auf Schäden untersucht werden, denn Schnur, Rolle und Rute sind beim Drill eines Fisches immer hohen Belastungen ausgesetzt. Die Schnurstärke sollte so gewählt werden, dass ein waidgerechtes Fischen gegeben ist. Sie sollte nicht zu dünn, nicht zu dick sein. Es kommt immer darauf an, auf welche Fischarten gefischt wird. Wenn auf Marline, oder Thune gefischt wird, sollte die Tragkraft der Schnur schon 80 bis 130 LBS (1 LB = 454,5 g Tragkraft ) betragen.
Es gibt aber auch Angler die auf Marlin und Co mit 50 LBS-Schnüren fischen. Hier geht es dann aber um Rekord-Fänge an besonders dünner Schnur.
Anhand dieser speziellen Ausrüstung sollte deutlich werden, weshalb es sich hierbei um eine kostspielige Freizeitbeschäftigung handelt. Gute Angelboote haben aber die Geräte immer an Bord, der Angler braucht nichts mitbringen.

Wie wird gefischt?

Wie bereits angeschnitten, wird meistens das Schleppfischen (Trolling) praktiziert. Als Köder können sowohl Kunstköder (Lures) als auch natürliche Köder verwendet werden. Der Bonito oder Skipjack ist zum Beispiel ein häufig verwendeter Köderfisch für das Marlin-Fischen. Aber es werden auch andere Köderfische, sowie Streifen von Fischen angeboten.
Die Köder werden in verschiedener Entfernung hinter dem Boot geschleppt. Durch den Schaum des Schraubenwassers werden die Fische angelockt und kommen aus der Tiefe nach oben, weil die Fische denken das Schraubenwasser ist ein Schwarm Futterfische. Die Köder verleiten die Fische dann zum anbeißen. Aber nicht bei jedem Biss sitzt der Fisch am Haken. Die Bremsen an den Rollen müssen optimal auf die Stärke der Angelschnur und auf die Größe der Fische eingestellt werden.

Sobald ein Fisch beißt, löst sich die Montage (Gummi oder Clip) vom Outrigger. Dann gilt es sich schnellstens die Rute zu greifen. Gleichzeitig bemühen sich die anderen Angler darum, ihre Angeln schnellstmöglich einzuholen. Die anderen Hochseeruten müssen eingeholt werden, da der Platz für den Drill benötigt wird und man vermeiden möchte, dass sich Angelmontagen verheddern. Wenn der Fisch beim Drill aus dem Wasser springt, geht er meistens nicht nach unten, weil er Luft geschnappt hat (aber nur bei Billfischen).
Geht der Fisch aber in die Tiefe ist es sehr schwierig in wieder nach oben zu pumpen, da die Fische sehr leicht Kreislaufprobleme bekommen, oder aber auch durch Herzschlag sterben. Hier speziell bei Marlinen und Speerfisch.
Es gibt zwei Möglichkeiten, den Drill anzugehen. Meistens begeben sich die Angler auf den bereits erwähnten Kampfstuhl. Dort wird die Rute in einen Rutenhalter gesteckt, was für den Big Game Angler auf jeden Fall eine große Entlastung bedeutet. Der Angler hat einen Harnisch (das Gerät kommt von Harness = engl. und heißt soviel wie Geschirr) um, der in die Rolle eingeklinkt wird. Somit kann der Angler mit seinem Körper den Fisch drillen und nicht nur mit den Armen. Der Rutenhalter am Stuhl ist so konzipiert, dass sich die Rute ständig mit dem Fisch drehen kann und gleichzeitig die optimale Aktion ausübt. Somit kann der Angler sich ganz entspannt um die Rolle und den Drill kümmern, wobei entspannt mit Sicherheit der falsche Ausdruck ist.
Bei der zweiten Methode hält der Angler die Rute mit den eigenen Händen. Allerdings ist diese Vorgehensweise nur dann zu empfehlen, wenn man sehr kräftig ist und über entsprechende Erfahrung verfügt und die Fische nicht so groß sind. Außerdem ist es von großem Vorteil, wenn man selbst über ein ordentliches Eigengewicht verfügt, damit man nicht so leicht über Bord gehen kann.
Das Boot bleibt übrigens die ganze Zeit über in Aktion. Der Kapitän bzw. Skipper ist durchgehend darum bemüht, das Boot so zu steuern, dass sich der Fisch stets hinter dem Boot befindet. Seitliche Ausfluchten werden also ständig abgefangen. Eine weitere Methode ist aber auch, dass der Kapitän rückwärts dem Fisch entgegen fährt, damit der Angler Schnur auf die Rolle bekommt. Wenn der Fisch viel Schnur von der Rolle zieht muss die Rolle mit Wasser gekühlt werden.
Ist der Fisch am Boot und der Helfer kann in die Doppelleine fassen, gilt der Fisch als gefangen. Aber gerade wenn, der Fisch am Boot ist, entwickelt er manchmal noch große Kräfte und es ist Vorsicht geboten. Der Fisch wird dann gegafft, eine Leine um den Schwanzflossenstiel oder ums Schwert gebunden und dann an Bord gezogen. Größere Boote sind manchmal mit einem Kran ausgestattet, der die Sache spürbar erleichtern kann.

Reviere zum Big Game Fishing

Wie bereits erwähnt wurde, wird diese Form des Fischens vor allem an Orten angeboten,
die wir in Deutschland als Urlaubsorte betrachten. Es ist nicht möglich, alle Orte oder
Regionen aufzulisten, an welchen das Fischen auf Blue Marlin und Co. möglich ist. Die
folgende Liste stellt eine kleine Auswahl dar.

• Afrika (Südafrika, Ostafrika)
• Australien (Ostküste)
• Azoren
• Brasilien (Süd-Ostküste)
• Karibik
• Malediven
• Mittelamerika ( Mexiko, Guatemala, Costa Rica )
• Mittelmeer
• Portugal (Algarve)
• Gran Canaria
• USA (Florida, Kalifornien, Hawaii)

Als eine von vielen Hochburgen für das Big Game Fischen gilt aber auch Gran Canaria.
Hier insbesondere der Ort Puerto Rico. Gut ausgerüstete Boote liegen im Hafen, (9 Stück) die täglich auf den Atlantik fahren (von 9 bis 15 Uhr) die Kosten betragen 65 €. Geräte (Angeln) sind an Bord vorhanden. Damit der Kapitän auf seine Kosten kommt, werden aber bis zu 8 Angler mitgenommen (jeder Angler erhält eine Angelrute).
In der Zeit von Mai bis Oktober bestehen große Chancen Marline oder Speerfische zu fangen. Bonitos, Skipjack, Wahoo, Dorados sind fast immer zu fangen.

Zielfische beim Big Game Fishing

Es folgt eine kurze Auflistung der Fische, auf die Big Game Fischer aus sind. Die Sortierung erfolgt alphabetisch. Als Profi weiß man natürlich, dass die folgenden Fischarten nicht in allen Gewässern präsent sind, sondern immer nur in einigen Regionen. Meistens wird aber auf sogenannte Billfische gefischt.


• Barracuda
• Blauhai
• Bonito
• Dorado / Goldmakrele
• Glatthai
• Hoki
• Marlin (Black Marlin, Blue Marlin, White Marlin, gestreifter Marlin)
• Schwertfisch
• Speerfisch
• Sailfisch / Segelfisch
• Skipjack
• Thunfisch (Blauflossen-Thunfisch, Gelbflossen-Thunfisch, Großaugen-Thunfisch)
• Tigerfisch
• Wahoo


Häufig wird die Frage nach der Verwendung des Fanges gestellt. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass die aus dem Wasser entnommenen Fische dem Schiffseigner gehören. Der Angler kann sich aber eine Fischtrophäe (Schwert, Zähne oder Schwanzflosse) mitnehmen.
Die Fische sollten aber sinnvoll verwertet werden. Es sind alles gute Speisefische. Manchmal werden die Fische auch wiederbelebt und wieder freigelassen werden.
Sagen möchte ich noch, dass dieses meine Meinung und Erfahrungen sind, die ich hier niedergeschrieben habe. Andere Angler haben sicherlich die gleichen Erfahrungen oder aber auch eine andere Meinung zum Big Game Fischen. Dafür ist das Thema zu vielseitig.


Petri Heil
Siegfried Stockfleth


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