EFSA Europameister 2017

Pokal, Pokal wir haben den POKAL!!!

Aber von vorne. Was war geschehen? Vom  28.11-02.12.2017 wurden die Europameisterschaften im Brandungsangeln ausgetragen und zwar in den Niederlanden, genauer gesagt in Domburg/Zeeland. Insgesamt waren neun Nationen vertreten mit 76 Brandungsanglern, welche 13 Teams bildeten. Die Regeln sind einfach. Geangelt wird mit einer Rute und maximal 3 Einzelhaken gegen die Zeit. Gewertet wurde die Teamleistung(ein Team besteht aus 5 Anglern), sowie die Einzelleistung. Unser Ziel war es im Team ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Wie so oft ist aber der Weg das Ziel und jener begann mit der sehr amüsanten Hinfahrt. Ich reiste zusammen mit Andreas Burkhardt ,Volker Claus und Björn Hansen an. Wir fuhren in einem Bus, so einer mit Schiebetüren. Es macht durchaus Sinn diese während der Fahrt auch geschlossen zu halten... Das war ein Schreck aber auch irgendwie typisch wir. Zum Glück ist unser Andreas im Bus geblieben. Wir fuhren in der Nacht um gleich morgens den Strand in Empfang zu nehmen, um vorab so viele Informationen wie möglich zu sammeln. Es war sehr windig eine gute 6-7 bft kam frontal auf uns zu. Das wird kein leichtes Angeln ,da heißt es kämpfen um jeden Meter.

Die ersten zwei Tage nutzten wir als Vorbereitung. Eigentlich war diese Vorbereitung ein interner Wettkampf, denn auch die Deutsche Meisterschaft EFSA wurde dort zwei Tage vor Beginn der Euro ausgetragen. Da wir aber wie gesagt als Team das Ziel hatten die Euro zu gewinnen, haben wir all unsere Erfahrungen und neuen Erkenntnisse zusammen getragen und als Team agiert. Nichts desto trotz hatten es diese zwei Tage in sich. Jeden Tag regnete es kräftig mit angenehmen Hagelunterbrechungen und eisigem Wind von vorne. Spaß hatten wir aber ohne Ende, denn Fisch war reichlich vor Ort. Wittling war die Hauptbeute aber auch Wolfsbarsche, Klieschen, Flundern, Scholle, Seezungen und Rocklinge konnten wir ans Band locken. So peitschten wir also mit durchnässten Klamotten und dem Wind im Gesicht unsere Vorfächer weit raus und wurden reichlich belohnt. Geangelt wurde immer zwei Stunden Ablaufend, eine Stunde Stillstand und zwei Stunden Auflaufend. Das bedeutet, dass man mehrfach umbauen muss, um dem Wasser hinterher oder davon zulaufen. Es war schon sehr kräftezehrend und die Finger litten auch gut unter den ganzen Wittlingen mit ihren kleinen spitzen Zähnchen. Natürlich gab es auch einen Sieger und der heißt Andreas Burkhardt, gefolgt von mir( Michael Schramm) und auf Platz 3 Hans Jürgen Gläser.

Die folgenden zwei Tage nutzten wir zur Erholung und trocknen der Klamotten. Wir erkundeten die Gegend und kauften dabei die örtlichen Angelgeschäfte gleich leer. Danach etwas für die Seele tun. Wellness, Sauna und Sport waren genau das Richtige.

Am 28.11, mittlerweile waren wir den fünften Tag in Holland, wurde die EM eröffnet und die Sektoren wurden verlost. Jeden Morgen vor dem Wettkampf folgte die Köderausgabe und das Ziehen der Startkarten. Köder waren unter anderem Wattwurm, schwarzer Wattwurm, Sandwurm, Madies und Schwertmuschel. Es folgte eine morgendliche Teambesprechung. Welche Taktik ist zu verfolgen? Aufgrund der Massen an Fischen entschieden wir uns für das Angeln nach Zeit. Das bedeutet alle 10 Minuten wird eingeholt. Das Vorfach war bei allen identisch. Der eine klemmt, der nächste knotet lieber ,oder klebt ,aber der Aufbau war gleich. Wichtig war noch, sehr wenig Köder auf den Haken zu machen.

Es folgten drei Tage Wettkampf. In fünf Sektoren à 15 Anglern konnte eine maximale Punktzahl von 15 erreicht werden. Jeder aus dem Team fischte in einem anderen Sektor.

Tag 1
Am ersten Tag fischten wir in Zoutlande. Hier gibt es sehr tiefes Wasser und straffe Kanten. Ein Lifter am Blei war sehr wichtig. Trotzdem gab es Abrisse, aber auch viel Fisch bei starker Strömung. Es wurde fünf Stunden geangelt und jeder Fisch musste beim Nachbarn gemessen und unterschrieben werden.Die Wittlinge wurden übrigens nach jedem Angeln an eine Seehundaufzuchtstation gegeben.Andere Fischarten wie die Plattfische und Wolfsbarsche wurden schonend zurückgesetzt. Die Ergebnisse vom ersten Tag: Björn 1, Volker&Ich 2, Andreas 3, Jürgen 7. Das ergab im Team den vorläufig ersten Platz mit 7 Punkten vor Irland. Andreas kommentierte:„Ich wusste gar nicht, dass man in fünf Stunden 70 Fische mit einer Rute fangen kann und dann nur dritter wird“! Volker Caus scherzte:„Noch 2 Tage“. Nach dem Angeln folgte die Nachbereitung bzw. Vorbereitung auf den nächsten Tag. Es folgten ja noch zwei Tage Wettbewerb. Bei der Anzahl an Fischen und dem strammen Rhythmus von 10 Minuten, dem beködern und wickeln, den Wetterbedingungen und das ständige Auf- und Abbauen, war das schon harte, körperliche und psychische Arbeit. Naja, es heißt ja schließlich Angelsport!

Tag 2
Wieder ging es nach Zoutlande, diesmal aber nur für vier Stunden, aufgrund der Massen an Fisch. Sogar die Startkarten reichten nicht aus, um alle Fische zu listen. Gleiches Spiel wie den Tag zuvor, dachte ich. Und so lag ich bereits nach den ersten zwei Stunden deutlich vor meinem linken Nachbarn Haydn Cole(Wales). Ich fing Driletten und er fast nur Einzelfische. Doch dann wendete sich das Blatt und es war wie verhext. Jetzt fing ich nur noch Einzelfische und Haydn kurbelte eine Drilette nach der Anderen. So stand es am Ende 56 zu 51 Fische und Haydn gewann den Sektor. Ergebnisse vom zweiten Tag: Björn 2, Andreas&Ich 3, Volker 4, Jürgen 5. Wir waren immer noch in der Teamwertung auf Platz 1, diesmal mit 7 Punkten vor Holland,die stark aufgeholt haben. Eine ganz ganz knappe Kiste.

Tag 3
Ein großer Pottwal wurde angespült und somit konnte nicht am angedachten Strand geangelt werden. Der Ausweichstrand hieß Ostkapelle. Dieser Strand ist einfach nur sehr lang und gleichmäßig flach mit einigen tiefen Rinnen. Wir vermuteten,dass dies unser Angeln wird. Ein flacher Strand bedeutet meist Werferstrand .Also die Ruten bis ans Maximum gequält und weit raus die Montage. Diesmal wurde wieder fünf Stunden geangelt, da der Veranstalter wenig Fisch an diesem Strand vermutete. Was soll ich sagen, es lief einfach nur TOP, von Anfang an Fisch. Flacher Strand bedeutet aber nicht nur Werfen, sondern auch das Wasser läuft rasend schnell auf. Beim Umbauen musste man sich richtig sputen und das viel schwer am dritten Tag. Aber egal, kämpfen und alles geben. Björn lieferte sich ein Kopf an Kopf rennen mit dem Niederländer Arjan Rijnberg (Europameister im Einzel). Am Ende stand es 57 zu 56 Fische für Björn, aber nach Fisch-Punkten lag er leider knapp zurück. Andreas hatte fast 3 mal so viele Fische wie der zweite in seinem Sektor. Ich hatte 56 Fische, auch deutlich vor meinen Konkurrenten im Sektor. Volker und Jürgen waren auch richtig Stark. Ergebnisse von Tag 3: Andreas&Ich 1, Björn 2, Jürgen 3, Volker 4. Wie zu Beginn vermutet, war das unser Strand, hier haben wir klar dominiert. Besser geht es nicht.

K.O. aber überglücklich fuhren wir singend:„Jaaaaaaaaaa wir haben den Pokal…“ ,ins Haus zurück zum Anstoßen.

Am nächsten Tag fuhren wir den gestrandeten Wal besuchen.Wir mussten natürlich noch checken, ob er noch ein Vorfach von uns im Maul hat.Scherz beiseite, das ist schon ein gewaltiges Tier! Am Abend erfolgte dann die Siegerehrung und das Dinner. Das endgültige Ergebnis: Platz 1 für unser Team mit deutlichem Abstand zu Holland (17 Punkte) und zu Italien sogar 35 Punkte. Zur Ehrung ging es mit alle Mann auf die Bühne. Riesen Applaus, alle standen auf, Fotos und dann die Nationalhymne. Was ein abgefahrenes, einfach GEILES Gefühl das ist. Björn wurde später noch ausgezeichnet für den dritten Platz im Einzel. Insgesamt vier aus unserem Team landeten in den Top 10. Ich landete auf dem vierten Platz , Andreas auf der 7 , Volker auf der 10 und Jürgen auf der 19. Richtig Stark geangelt Jungs.

Die familiäre Atmosphäre über das gesamte Event hinweg hatte zur Folge,dass nicht nur Teamintern Tips und Techniken ausgetauscht wurden,sondern auch darüber hinaus eine rege Kommunikation und Erfahrungsaustausch unter allen beteiligten Anglern stattfand.Das Resultat war eine super erfolgreiche und lehrreiche Veranstaltung für alle Beteiligten .Wir haben viele neue Leute kennengelernt und auch neue Freundschaften geschlossen. Es war eine super Zeit mit einem geilen Team und gemeinsam haben wir unser Ziel erreicht.

WIR sind Europameister 2017

Björn Hansen, Andreas Burkhardt, Volker Claus, Hans-Jürgen Gläser, Michael Schramm

Unsere Bankverbindung lautet: Sparkasse Südholstein

IBAN: DE62 2305 1030 0008 9306 38 - (BIC) NOLADE21SHO